Wilde Kräuter im Siebengebirge

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… über die Definition von

„Wilden Kräutern“ im Sinne dieser Seite ?

 

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Folgende Definition für ‚Wilde Kräuter‘

habe ich für diese Seite aufgestellt:

 

Gemeint sind mit ‚Wilde Kräuter‘ alle 

  • Blütenpflanzen im engeren Sinne,
  • Farne, Schachtelhalme und Natternzungen,
  • mit Ausnahme aller verholzenden Gewächse (Bäume und Sträucher)
Weitere Erläuterungen zu der Definition ‚Wilde Kräuter‘
  • nach botanischer Taxonomie zählt dazu die gesamte Klasse der Bedecktsamer (Blühpflanzen)
  • außerdem die gesamte Klasse der Psilotopsida (Farne)
  • mit Ausnahme aller am Grund verholzenden Pflanzen („Bäume und Sträucher“) ungeachtet der Taxonomie

Die Ausnahme der Holzgewächse habe ich definiert, um die Aufgabe für mich selbst einigermaßen überschaubar zu halten, da ich mit dem – vorläufigen – Ausschluss der holzigen Pflanzen die große Zielmenge der Pflanzen zunächst etwas reduzieren kann.

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… über die verwendete digitale und analoge Literatur und Tipps dazu ?

 

Die Pflanzenbestimmung erfordert – über das mit zunehmender Beschäftigung wachsende eigene Wissen hinaus – natürlich die ständige Benutzung spezifischer Literatur, entweder in analoger Form von Büchern oder auch immer mehr in der digitalen Variante – Websites.

Ich möchte hier einige Bücher und Links aufführen, die ich in den letzten 30 Jahren selbst benutzt habe und einige Worte zur Einordnung spendieren.

"Was blüht denn da ?" und andere Bild- oder Foto-Bestimmungsbücher

Mit „Was blüht denn da ? – Der KOSMOS-Naturführer“ aus dem Kosmos-Franckh-Verlag habe ich vor über 30 Jahren begonnen, meine ersten Schritte im Bestimmen von Blühpflanzen zu machen. 

           

Irgendwann habe ich es dann beiseite gelegt – warum, erkläre ich weiter unten. Deswegen bin ich heute im Besitz einer noch gut erhaltenen Ausgabe von 1986 (siehe Fotos).

Dieses Werk ist sehr gut geeignet für Einsteiger, die sich erstmals mit der Bestimmung von Kräutern beschäftigen wollen und für diejenigen, die nur hin und wieder mal den Namen einer gerade gesehenen Pflanze nachschlagen wollen. Es enthält eine ganze Menge verschiedener Arten (die neueste Ausgabe wirbt mit 870 verschiedenen Pflanzen incl. Bäume, Sträucher und Gräser), die Abbildungen (farbige Zeichnungen) stellen die typischen Merkmale oft besser als Fotos dar. Der Bestimmungsschlüssel ist nicht wissenschaftlich aufgebaut, sondern auf eine einfaches Auffinden nach optischen Merkmalen ausgerichtet, die Bestimmung erfolgt überwiegend nach Vergleich des Gesehenen mit den vorhandenen Abbildungen. 

Die Nachteile: Der überwiegend visuelle Abgleich ohne gezieltes Hinführen zu unterscheidenden Merkmalen über einen Bestimmungsschlüssel führt unweigerlich zu Fehlbestimmungen, entweder, weil man bei einer entdeckten teilweisen Übereinstimmung nicht mehr weitersucht oder weil die gesuchte Pflanze gar nicht im Buch beschrieben ist. Das passiert öfter als man glaubt. Und das ist der Grund, warum mich das Buch recht schnell nicht mehr zufriedengestellt hat. Zuviele nur vermeintlich richtige Bestimmungen und andererseits zu viele erfolglose Abgleiche haben in mir den Wunsch nach mehr Exaktheit geweckt.

Ein unbefriedigender Punkt an meiner alten Ausgabe war vor allem die Auswahl der beschriebenen und illustrierten Pflanzen: Zuviele optisch zwar sehr auffällige, aber sehr selten vorkommende Kräuter waren enthalten, und sehr viele verbreitet vorkommende eher weniger auffällige Kräuter waren nicht enthalten bzw. lediglich eine Stellvertreterart für eine Gruppe ähnlicher Pflanzen aufgeführt. Wenn man zugrundelegt, dass es rund 3.000 verschiedene Arten von Blühpflanzen in Deutschland gibt, dann sind auch 870 eben nur ein gutes Viertel aller Arten. Ein weiteres Ärgernis, dass auch in der neuen Ausgabe nicht geändert ist, ist die nicht vorhandene Nennung des  Verbreitungsgebietes. Das kann ein sehr zeitsparender Faktor bei der Bestimmung sein, wenn man schon mal Alpenpflanzen oder Küstenbewohner ausschließen kann.

Also bin ich recht bald dazu übergegangen, anhand dieses Buches nur noch die Familie oder Gattung zu bestimmen und mit diesem Wissen dann den Schmeil-Fitschen für die endgültige Artbestimmung zu benutzen. Nach einer gewissen Zeit hatte ich genügend Erfahrungen gesammelt, um mindestens das Bestimmen der richtigen Familie auch selbständig ohne Literatur durchführen zu können.

Es gibt auf dem Markt weitere ähnliche, oft auch regional bezogene Bücher z.B. aus dem Kosmos- oder dem Ulmer-Verlag. Im Prinzip gilt das Vorstehende für alle diese Bücher, zum Teil ist die Auswahl der dargestellten Pflanzen noch kleiner.

Fazit: Gut zum Einstieg, gut für die Gelegenheitsanwendung, schnell unbefriedigend für den ambitionierten Hobby-Botaniker.

Botanische Bestimmungsbücher : Schmeil-Fitschen 'Die Flora von Deutschland' bzw. Rothmaler 'Exkursionsflora von Deutschland - Gefäßpflanzen'

Nach dem ich mit den Bilderbestimmungsbüchern schnell unzufrieden war, erwarb ich meinen ersten gebrauchten Schmeil-Fitschen „Die Flora von Deutschland und angrenzender Länder“ (1976er Ausgabe) und kurz danach auch den ersten Rothmaler „Exkursionsflora von Deutschland“, eine 1987er DDR-Ausgabe. Als der gebrauchte Schmeil-Fitschen auseinanderfiel, gönnte ich mir im Jahre 2000 die aktuelle Ausgabe, die ich heute noch benutze.

    

Diese beiden Werke, die jeweils in vielfach überarbeiteten und aktualisierten Ausgaben seit Jahrzehnten verlegt werden, gelten als die beiden Standardwerke für die botanisch exakte Bestimmung aller Gefäßpflanzen in Deutschland.

Welches der beiden Werke man benutzt, ist aus meiner Sicht eine reine Geschmacksfrage, manchmal erscheint der Schmeil-Fitschen etwas ‚umständlich‘, dann wiederum der Rothmaler. Wenn man sich an einen Stil gewöhnt hat, bleibt man halt dabei. Bei mir war es der Schmeil-Fitschen.

Beide Bücher arbeiten nach demselben Grundprinzip: Durch einen Bestimmungsschlüssel durchläuft man solange eine Aufzählung von differenzierenden Merkmalen, die die Auswahl immer weiter eingrenzen, bis man schließlich im letzten Schritt bei der gesuchten Art endet.

Beide Bücher arbeiten dabei sehr stark mit botanischen Fachbegriffen, sodass ohne eine intensive Beschäftigung mit dem Aufbau einer Pflanze (z.B. Blütenbestandteile, Blätterformen, Fruchtarten- und formen) eine Benutzung nicht möglich ist bzw. nicht zu befriedigenden Ergebnissen führt. Beide Werke enthalten zwar zahlreiche Detail-Illustrationen, aber keine Fotos oder Abbildungen von Pflanzen. Die sehr intensive Nutzung von Kürzeln für die meistgenutzten Begriffe erfordert ebenfalls eine gewisse Einarbeitungszeit (mit viel Nachschlagen am Anfang). Es sind jeweils alle Pflanzen vollständig enthalten, auch die Neophyten und häufigsten Kulturpflanzen, d.h. ins Leere laufen kann man im Prinzip nur bei Fehlbenutzung des Anwenders.

Ich war zu Beginn ganz glücklich mit dem Zusammenspiel aus illustriertem „Was blüht denn da ?“ und dem anschließenden Absprung zum Schmeil-Fitschen zur endgültigen Art-Bestimmung. Nach etwa einem Jahr war ich geübt genug, um die meisten Familien- oder Gattungszugehörigkeiten direkt zu erkennen, sodass ich nur noch den Schmeil-Fitschen benötigte und auch ohne eine visuelle Rückversicherung meist zum richtigen Ergebnis kam. Ein weiterer Vorteil sind die vorhandenen groben regionalen Verbreitungsangaben. Auch heute noch lande ich nicht immer im ersten Versuch bei der richtigen Auflösung, aber es ist mir heute durch meine Erfahrung immer sofort bewusst, wenn ich einer Sackgasse gelandet bin und versuche es halt noch einmal und biege dann an der richtigen Stelle ab. Nur zur aktuell gültigen Taxonomie muss ich dann immer noch mal im Internet recherchieren, da mein Schmeil-Fitschen aus dem Jahr 2000 nicht mehr den neuesten Stand der Einteilung von Ordnungen, Familien und Gattungen wiedergibt.

Und übrigens: Für den Einsatz im Feld direkt an der Pflanze ist das Buch für mich immer noch unersetzlich und dauernd im Gebrauch, aber es gibt inzwischen aus meiner Sicht etwas noch Besseres im Internet: Flora-de. Flora von Deutschland. Dort ist aus meiner Sicht der Bestimmungsschlüssel insgesamt etwas einfacher gestaltet und soweit es möglich ist, ohne das Vorhandensein von reifen Früchten zu durchlaufen. 

Fazit: Ohne den Willen zum Erlernen von botanischen Grundkenntnissen nicht benutzbar, zügige Bestimmung erfordert erstmal reichlich Einarbeitungszeit und Frusttoleranz, aber für den ambitionierteren Hobby-Botaniker absolut unverzichtbar.

Flora-de - Internetseite zur Bestimmung aller deutschen Gefäßpflanzen

Flora-de : Flora von Deutschland (früher www.blumeninschwaben.de) ist eine echte Alternative und Ergänzung zu den gebundenen Bestimmungsbüchern von Schmeil-Fitschen oder Rothmaler.

         

Ich habe die Seite vor etwa einem Jahr entdeckt, als ich hin und wieder zur Verifizierung meines analogen Bestimmungsergebnisses im Internet Bildmaterial zu den besonderen Unterscheidungsmerkmalen bestimmter Arten gesucht habe. Inzwischen benutze ich diese Seite häufiger als das Buch zur Erstbestimmung, die ich nur noch hin und wieder im Schmeil-Fitschen nachträglich verifiziere.

Die großen Vorteile dieser hervorragenden Seite: Erstens umfasst die Seite noch mehr Arten als die beiden Druckwerke, weil auch Garten- und Kulturpflanzen enthalten sind. Zweitens ist der Schlüssel oftmals etwas kürzer gestaltet, weil nicht nur duale Entscheidungen angeboten werden. Es werden möglichst einfach erkennbare Merkmale angeboten (sofern das möglich ist) ohne dabei ungenau zu werden, es werden häufig weit vorne im Schlüssel Hinweise auf regionale Begrenzung (z.B. Alpenpflanze) oder Verbreitung (z.B. seltener Neophyt) gegeben, was in der Regel die Entscheidung erheblich vereinfacht. Unschätzbarer Vorteil ist jedoch, dass nahezu alle Merkmale mit Detailfotografien unterlegt sind, das gilt für die Gattungen wie auch für jede einzelne Art. Diese Möglichkeit des direkten visuellen Abgleichs mit der realen Pflanze (oder mit guten eigenen Detailfotos, die man von der Exkursion mitbringt) zusätzlich zur ebenfalls vorhandenen Beschreibung ist einfach sicherer. „Bilder sagen mehr als tausend Worte“.

Die Seite bietet außerdem ein Register der Arten, Gattungen und Familien für den Schnelleinstieg. Sie basiert genau wie die beiden Bestimmungsbücher auf dem aktuellen taxonomischen Stand der Wissenschaft. (Soweit man von einem Stand reden kann – bei einigen Sippen sind sich ja auch die Gelehrten nicht einig)

Einziger kleiner Nachteil: Unterwegs ist die Benutzung per Smartphone zwar möglich, sofern man Empfang hat – was aber bei weitem nicht in jeder Ecke im Siebengebirge der Fall ist – und sofern die Sonneneinstrahlung das Bildschirmlesen nicht zur Qual macht. Wenn man nichts erkennen kann auf dem Handy, dann ist so manches Mal doch das Buch die bessere Wahl.

Tipp: Einfach jede Menge Detailfotos von Blüten, Blättern, Habitus, Früchten etc. (möglichst Makrobilder) machen und bequem beim Kaffee zu Hause bestimmen. Pflanze ausreißen und mitnehmen ist immer die schlechtere Alternative.

Fazit: Ganz hervorragende Seite. Auch für Anfänger in der Pflanzenbestimmung besser geeignet als die Bestimmungsbücher. 

Flora der Region Bonn - Vollständige Erhebung aller in der Region vorkommender Pflanzen

Flora der Region Bonn – von Ingmar Gorissen – herausgegeben vom Naturhistorischen Verein der Rheinlande und Westfalen e.V.  ist für mich ein unverzichtbares Werk bei meinem Hobby geworden.

      

Diesem Werk liegt tatsächlich eine vollständige aktuelle Erhebung im Feld und die Auswertung jeglicher verfügbaren Quellen zum Vorkommen aller Pflanzenarten in der Region Bonn zu Grunde. Damit liegt für unsere Region eine unschätzbare Datensammlung vor, die es für kaum eine andere Region in Deutschland in dieser umfassenden Form gibt.

Die Zielgruppe des Buches sind natürlich Experten und interessierte Hobby-Botaniker. Es ist kein Bestimmungsbuch und enthält eher wenige Abbildungen oder Fotos. Es beinhaltet neben sehr interessanten Erläuterungen zum Status und zu Veränderungen der Flora in der Region vor allem im Hauptteil eine lückenlose Auflistung aller in den letzten etwa 100 Jahren vorgekommenen belegten oder beschriebenen Auftreten der Arten. Geordnet sind die Einträge nach Gattungen und innerhalb der Gattungen alphabetisch nach lateinischem Artnamen. Ein Register mit den deutschen Namen ist im Anhang ebenfalls vorhanden.

Sensationell detailliert sind die Nennungen der Fundorte, die für alle Pflanzen, die nicht ohnehin verbreitet vorkommen, im Detail mit zeitlicher Angabe aufgeführt sind. Die Verbreitungsangaben beziehen sich immer auf unsere Region, was für mich ein unschätzbarer Fundus ist, weil ich so ableiten kann, welche Pflanzen ich im Siebengebirge überhaupt finden kann und bei selteneren Arten gehe ich direkt auf die Nachsuche an den aufgeführten Fundorten.

Für meine Arbeiten an dieser Website ist dieses Buch ständig im Gebrauch, zur Verifizierung eigener Funde an bestimmten Standorten, als Inspiration für die Wegplanung der nächsten Exkursion und als Quelle für die Verbreitungsangaben der einzelnen Kräuter.

Das Werk ist zum einen beim NHV zu beziehen oder direkt beim Autor im Selbstverlag.

Fazit: Für den ambitionierten Botaniker mit regionalem Bezug zum Siebengebirge unverzichtbares Werk und unschätzbare Datenquelle. Ist kein Bestimmungsbuch und für nicht Vorgebildete bzw. nicht tiefer botanisch Interessierte eher zu fachspezifisch.

Weitere interessante Weblinks zum Thema

FloraWeb ist eine vollständige Datenbank aller deutschen Farn- und Blütenpflanzen (ca. 3.500 Einträge) mit einem kurzen Steckbrief zu jeder Pflanze, keine Bestimmungsseite und Fotos gibt es nur manchmal. Man muss die gesuchte Pflanze also schon mit deutschem oder botanischem Namen kennen.  Herausgeber der Seite ist das Bundesamt für Naturschutz in Bonn.

Interessanter als die allgemeinen Informationen über die Art sind zwei Datenbanken mit speziellen Informationen, die unter der FloraWeb-Einstiegsseite zu erreichen sind:

Die Verbreitungskarten für jede Art in Deutschland. Dabei ist die Fläche von Deutschland in 3000 Raster a ca. 11×12 km aufgeteilt worden und für jedes Raster gibt es eine Information, ob die Art in diesem Raster nachgewiesen werden konnte. Wenn man über die Karte mit der Maus fährt, weden die Rasternummern angezeigt. Bei Klick auf das Raster gibt es rechts neben der Karte Detailinformationen zu Anzahl und Alter der Funde. Der Siebengebirgsraum entspricht etwa den Rastern 5208 (Bonn) und 5309 (Königswinter und Bad Honnef) und ein Stück der östlich angrenzenden Raster (5209 und 5310). Hier muss man allerdings den wisenschaftlichen Namen für die Suche eingeben. Oder man startet vom Steckbrief aus über den enstprechenden Link zur Karte.

Ebenso interessant ist die Datenbank zu den Artenschutzinformationen. Über die Seite WISIA kann man entweder über Gruppen (z.B. Höhere Pflanzen) sich eine Liste der geschützten Arten und den Schutzstatus geben lassen, oder man recherchiert speziell für eine Art.

Darüberhinaus verfügt FloraWeb auch noch über eine Datenbank zum Gefährdungsstatus der Art in den Bundesländern. Hier kann man sich z.B. eine Liste der gefährdeten Arten in NRW wiedergeben lassen oder durch eine recht komplexe Suchmaske auch Recherchen mit  Mehrfachauswahlen von Bedingungen durchführen.