Nestwurz

Neottia nidus-avis

 

Systematik

Unterfamilie   Epidendroideae

Familie            Orchideen – Orchidaceae

Ordnung         Asparagales

Blühzeit

Mai bis Juni

Verbreitung

selten, nur wenige Standorte in der Bergregion

Vorkommen

Schattige (Buchen-)Laubwälder, Mischwälder

s

Geschützte Pflanze

Pflanze steht unter Artenschutz

s

Gefährdete Art in NRW

Pflanze steht auf Roter Liste

Zum zweiten Mai in diesem Jahr habe ich die besondere Freude, hier eine wilde Orchidee aus dem Siebengebirge vorstellen zu können: Es handelt sich um die Nestwurz (Neottia nidus-avis), auch Vogel-Nestwurz genannt. Sie kommt selten und ausschließlich in der Bergregion vor. Sie wächst in Laubwäldern und Mischwäldern, bevorzugt in schattigen Buchenwäldern. Diese Orchidee ist nicht nur aufgrund ihrer Seltenheit etwas Besonderes, sondern auch, weil sie ein Vollparasit ohne Chlorophyll ist. Daher fehlt ihr die grüne Farbe vollständig, was das Kraut unscheinbar macht. Die bräunliche Farbe der Pflanze macht das Auffinden auf laubbedecktem Boden schwierig. Die Nestwurz bezieht ihre Nährstoffe über einen Mykorriza-Pilz, dessen Geflecht sie anzapft. Die Pilze leben in Symbiose z.B. mit Buchen, mit deren Wurzeln sie verbunden sind. Die Nestwurz allerdings ist ein Vollparasit, d.h. sie profitiert vom Pilz, liefert aber nichts an den Pilz zurück. Die Blätter der Pflanze sind in der Regel reine Schuppenblätter, nur ganz selten werden flächige Blattspreiten ausgebildet. Der Blütenstand ist oben dicht gedrängt und reichblütig, nach unten sehr locker mit großen Blütenabständen. Wegen der fehlenden grünen Farbe kann man die Nestwurz kaum verwechseln, insbesondere die typisch geformten Orchideenblüten sind markant; andere im Siebengebirge sehr seltene parasitäre Kräuter ohne Chlorophyll wie Sommerwurz oder Fichtenspargel haben ein anderes Aussehen. Die Nestwurz war die Orchidee des Jahres 2002. Ich möchte unbedingt darauf hinweisen, dass die Nestwurz wie alle heimischen Orchideen unter strengem Artenschutz steht und jegliche Beschädigung oder gar das Entfernen des Krautes strafbar sind. Wer interessiert ist, das Kraut mal in Natur anzusehen (und nur das), der mache eine Wanderung zum Einkehrhaus, gehe die Straße ein Stück weiter in Richtung Rosenau und halte den Blick auf die linke Waldseite gerichtet. Gerade die zwei Pflanzen, die direkt an einem Baum stehen, sind ganz gut zu finden.